A 57  Geismühle

Hier steht eine funktionstüchtige und weitgehend original erhaltene Windmühle an einer Autobahnraststätte. Mit Hilfe von Spenden und Stiftungsgeldern finanzierte der Bauverein Geismühle die Ende 2005 in Angriff genommenen umfangreichen Rekonstruierungsmaßnahmen in Höhe von rund 320.000 Euro. Aber auch die hierfür erforderlichen, speziellen Handwerker, die für die Mühlenrestaurierung benötigt wurden, hatte dieser aktive Verein organisiert und koordiniert. Insgesamt wurden über 4.000 Arbeitsstunden geleistet.

Auch ein plötzlich nahendes Gewitter trübte die Festtagsstimmung nicht

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Am 15. Juni 2007 war es dann soweit: Zum Auftakt des 3-tägigen Mühlenfestes kam Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Wittke und nahm die Mühle tatkräftig wieder in Betrieb. An der Festveranstaltung nahmen auch zahlreiche geladene Gäste teil.

Die urkundlich seit 1575 genutzte Mühle wurde um das Jahr 1300 als fünf Stockwerke umfassender Wehr- und Beobachtungsturm errichtet. Inzwischen hat sie auch ein funktionstüchtiges Mahlwerk erhalten, so dass dort wieder Mehl gemahlen werden kann. Schon in den 1950er Jahren waren umfangreiche Sicherungsarbeiten an der 1945 durch alliierten Artilleriebeschuss und Luftminen beschädigten Mühle vorgenommen worden. Instand gesetzt wurde auch das weitere technische Innenleben der Mühle.

Am 18. Dezember 2006 wurde das rekonstruierte Dach - oder besser: der „Aufsatz“ - wieder auf den Rumpf der Mühle aufgelegt. Im Januar 2007 sind auch die Windfänger, im Volksmund „Flügel“ genannt, wieder angebracht worden. Das Gemäuer wurde in aufwendiger Kleinarbeit sorgsam restauriert.

Minister Wittke würdigte am Fuße des Mühlenhügels den Enthusiasmus des Mühlenvereins und seiner äußerst aktiven Mitglieder. Die Mühle sei nicht nur ein Denkmal der Orts- und Sozialgeschichte bzw. ein faszinierendes Stück Technikgeschichte, sondern sie zeige sich durch „gemeinsames Anpacken“ nun auch als besonderes Beispiel des Gemeinsinns. Oliver Wittke zitierte deshalb auch seinen Konfirmationspfarrer: “Große Ideen sind noch nie an leeren Geldbeuteln gescheitert, sondern nur an leeren Köpfen. Und “, so fügte der Minister hinzu: „an leeren Herzen“.

Nach der Feierstunde packte Oliver Wittke tatkräftig mit an: Trotz eines schwarz-gelben Bandes (in anderen Zusammenhängen die Farben des Fußballvereins Borussia Dortmund) stieg der (in fußballerischer Hinsicht „weiß-blaue“) Minister, der vormals Oberbürgermeister von Gelsenkirchen war, die Treppen zur Mühle hinauf und half kräftig mit, die Flügel der Mühle in Schwung zu bringen.

Über 70.000 Fahrzeuge ziehen jeden Tag an dem über 700 Jahre alten Bauwerk vorbei. Wer in Richtung Köln unterwegs ist, sollte unbedingt an der Raststätte Geismühle-West Halt machen und die paar Schritte zu Fuß bis zur Windmühle gehen. Die Rastanlage soll demnächst erweitert und vergrößert werden. Dazu ist jedoch der Ankauf von Grundstücken der dort wohnenden Anlieger nötig. Diese wollen jedoch keine „Raststätte im Garten“ haben.

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Die Geismühle bei Nacht vor der Rekonstruktion

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Landesverkehrsminister
Oliver Wittke
packt selber mit an

Das Innenleben der Mühle kann derzeit von Mai bis Oktober jeden
1. Sonntag im Monat von
14.00 - 18.00 besichtigt werden.
Eintritt 2,--  bzw. 1,-- Euro.
Auskünfte:
Museum Burg Linn 
02151 570036

Weitere Informationen zur Windmühle

Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte o9
Geschichte der deutschen Autobahnen_2016
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