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51. AGAB-Treffen und Mitgliederversammlung in Jocketa

von | 21 Juli,2026 | Treffen&Strecken


Am 19. und 20. September 2025 trafen sich die AGAB-Mitglieder zum 51. Treffen und der damit verbundenen Mitgliederversammlung in Jocketa bei Plauen.

Tagungshotel


Am Freitagnachmittag konnte sich ein Teil der Mitglieder bei einer Führung durch den zuständigen Autobahnmeister, Herrn Dirk Jöchel, über das Gelände er Autobahnmeisterei (AM) Plauen ein erstes Bild über die wechselvolle Geschichte der BAB A 72 machen. Im Jahr 1938 war die ehemalige Straßenmeisterei der Autobahn in einer Holzbaracke untergebracht. Im Jahr 1952 wurde für die AM ein neues Verwaltungsgebäude in unmittelbarer Nähe der AS Plauen Süd errichtet, welches nach der Grenzöffnung und der endgültigen Fertigstellung der BAB A 72 zu einer modernen AM umgebaut wurde.

Am Freitagabend stimmte der amtierende Vorsitzende der AGAB e.V., Werner Buhl, die Mitglieder mit einem Power-Point-Vortrag zur Vogtlandautobahn (RAB-Strecke 73 und heutige BAB A 72) die Teilnehmer auf die Exkursion am nächsten Tag ein. Mitglied Gerald Jahn hielt einen Kurzvortrag zur BAB A 13 im Bereich Spreewalddreieck mit interessanten Schriftstücken aus der Zeit des RAB-Baus. Mitglied Volker Köhler erläuterte seine Erstellung einer Online-Karte zum Autobahnnetz in Deutschland bis 1945.

Nach dem Frühstück am Samstag ging es mit einem Reisebus zunächst zur Elstertalbrücke im Zuge der BAB A 72. Dort wurden wir vom zuständigen Autobahnmeister Dirk Jöchel mit seinen Mitstreitern erwartet um bei einer beindruckenden Führung durch das innere der Brücke mehr über die Geschichte und den Bau der Brücke zu erfahren. Der Bau der damals höchsten Natursteinbogenbrücke Europas und gleichzeitig größten Massivbrücke der Welt (623 Meter lang und 60 Meter hoch) begann 1938. Kriegsbedingt musste der bau 1940 eingestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt waren alle 12 Bögen mit jeweils 33,5 Meter lichter Weite natursteinmäßig fertiggestellt. Am Talgrund lagerten noch die fertigen Granitblöcke für die gesamten Stirnmauern und kappen der Brücke. Dieses Brückentorso stand danach 50 Jahre unvollendet in der Landschaft, da sich das Bauwerk (BW) im ehemaligen Grenzgebiet der DDR befand. Mit dem Mauerfall im November 1989 begann die endgültige Fertigstellung der Vogtlandautobahn von Hof bis Zwickau mit der gleichzeitigen Fertigstellung der Elstertalbrücke Pirk und der Verbreiterung der anderen Großbrücken im Zuge dieser Autobahn. Nähere Einzelheiten können der AGAB-INFO 36 (erscheint im Jahr 2026) entnommen werden.


Nach dieser beeindruckenden Führung ging es mit dem Bus zum nächsten ebenso beeindruckenden BW der Vogtlandautobahn, der Saalebrücke Hof. Hier wurden wir vom zuständigen Autobahnmeister, Herrn Detlef Bergmann mit seinen Mitstreitern, begrüßt. Nach der Stärkung in der in unmittelbarer Nähe des westlichen Widerlagers liegenden Burggaststätte Burg Saalenstein führte uns der Autobahnmeister durch das „Innenleben der Brücke“. Nach der Passage einer kleinen Tür in der Bastion des westlichen Widerlagers standen wir plötzlich nach der Passage einer Treppe in den Katakomben des Widerlagers und staunten über die gigantischen Ausmaße der Widerlagerkammer, in der Problemlos ein LKW hätte wenden können. Das Brückenbauwerk war zum Zeitpunkt der Einstellung der Bauarbeiten im Jahr 1940 fertiggestellt und konnte genutzt werden. Die durchgängige Befahrung der Autobahn war jedoch infolge der Teilung Deutschlands nicht möglich.


Nach der Besichtigung dieser ebenso beindruckenden Natursteinbogenbrücke ging die Busfahrt zu einer dritten Natursteinbogenbrücke im Zuge der Vogtlandautobahn, der Triebtalbrücke bei Altensalz. Dieses BW war zum Zeitpunkt der Einstellung der Bauarbeiten im Jahr 1940 auch fertiggestellt und konnte mit einer Richtungsfahrbahn für den Verkehr genutzt werden. Am westlichen Widerlager konnte über eine großzügige Treppenanlage eine Bushaltestelle an der Fahrbahn erreicht werden, über die zur damaligen Zeit ein Reichsautobahn-Busverkehr abgewickelt wurde. In den frühen 1960iger Jahre wurde die Trieb mit einer großen Sperrmauer abgeriegelt, so dass die Brückenpfeiler seit diesem Zeitpunkt im Wasser der Talsperre Pöhl stehen. Auch dieses BW wurde nach der Grenzöffnung im Zuge des Ausbaus der BAB A 72 verbreitert (nur der Überbau).

Nach den beindruckenden Besichtigungen von diesen drei großen Natursteinbogenbrücken der Vogtlandautobahn (es gibt weitere drei große Talbrücken) ging es mit dem Bus zurück zum Tagungslokal Landhotel Altjocketa, wo am Abend die 51. Mitgliederversammlung stattfand.

Nach der Mitgliederversammlung erläuterte Mitglied Volker Köhler die Möglichkeiten, die der von ihm vorgestellte 3-D-Skanner für die Planung von Bauaufgaben bringt. Mitglied Alfred Ahlemeyer brachte mit beindruckenden Bildern den Teilnehmern den Autobahnbau in Mittel- und Süditalien zur Kenntnis.

Das anschließende gemütliche Beisammensein und die fachlichen Diskussionen trugen zum guten Gelingen und dem Abschluss des 51. AGAB-Treffens bei.

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